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Zeckenarten

 

Auf der Welt sind bis heute etwa 900 Zeckenarten bekannt. Sie sind hauptsächlich auf die beiden Familien der Schild- und der Lederzecken verteilt.

Schildzecken leben in allen Regionen der Erde, Ausnahmen bilden Arktis und Antarktis. Lederzecken kommen meistens in den Tropen und Subtropen vor.

Schildzecke

Die Schildzecken kommen zu ihrem Namen auf grund ihres harten Schildes. Diesen traken die zekcen auf dem Rücken. Bei männlichen Zecken bedeckt er den gesamten Rücken, bei weiblichen Zecken, den Nymphen und bei Larven jedoch nur einen Teil des Rückens.

Lederzecke

Im vertgleich zu den Schildzecken, fehlt Lederzecken ihr Rückenschild. Dafür ist ihre Haut relativ weich und lederartig. Zudem leben sie in den Nestern, Bauten oder Ställen ihrer Wirtstiere. In seltenen Fällen ist es auch möglich, dass ein Mensch von einer Lederzecke befallen wird.

Zeckenarten in Deutschland

Am häufigsten kommt in Deutschland der Gemeine Holzbock vor, dieser stammt aus der Familie der Schildzecken. Diese Schildzeckenart ist auch die, die in Deutschland am häufigsten Menschen sticht.

Zudem kommen in Deutschland auch Schafzecke, die Igelzecke und die braune Hundezecke vor, sie gehören alle zu den Schildzecken. Die einzige Lederzecke in Deutschland ist die Taubenzecke.

Gemeiner Holzbock (Ixodes ricinus)

Der Gemeine Holz bock ist nicht nur in Deutschland, sondern in vielen verschieden Ländern Europa die häufigste auftretenden Zecken. Sie gehört zur Familie der Schildzecken. Gerade durch diese enorme Vertreitung ist der Gemeine Holzbock sehr bedeutend, zumdem kommt noch der Fakt, dass die Zecken, die Fähigkeit besitzen mit ihrem Stich Stich verschiedene Krankheitserreger auf Mensch und Tier zu übertragen.

Steckbrief:

  • Vorkommen: In Deutschland und Europa (Ausnahme: Gebirgslagen über ca. 1500 m)
  • Besonderheiten: Weit verbreitet und häufig; feuchtigkeitsbedürftig
  • Stich den Menschen?: Ja
  • Krankheitsüberträgert:Überträgt z.B. Borrelien und FSME-Virus auf Mensch und Tier
  • Aktivität:
    • Nymphen, Weibchen und Männchen meist von März bis Oktober/November (in Mittelgebirgen und Gebirgen mit verkürzter Saison)
    • Larven von April/Mai bis Oktober
    • In sehr milden Wetterperioden sind Nymphen und erwachsene Zecken auch im Winter aktiv.
  • Typische Standorte:
    • Laub- und Mischwälder mit ganzjährig geschlossener Laubstreu, Waldlichtungen, Waldränder wenn ausreichend feucht, auch Nadelwälder, Parks, waldnahe/naturnah gestaltete Gärten und verbuschte Brachflächen
  • Biologische Eigenschaften:
    • erwachsene Weibchen vor der Blutmahlzeit ca. 3–4 mm, vollgesogen ca. 1 cm und mehr
    • erwachsene Männchen: ca. 2,5–3,5 mm
    • Nymphen vor der Blutmahlzeit: ca. 1,5 mm
    • Larven vor der Blutmahlzeit: knapp unter 1 mm
  • Wirte:
    • Kleinsäuger, Vögel, Eidechsen, aber auch mittelgroße und große Säuger, Igel, Hasen, Reh-, Dam- und Rotwild, Füchse, Menschen, Hunde und Katzen

Die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus)

Die Auwaldzecke war bis in die späten 1990er Jahre in Deutschland weitgehen unbekannt. Sie hielt sich hauptsächlich in Teilen Ostdeutschlands und Südwestdeutschlands auf. Ende der 1990er Jahre, verbreiteted sie sich jedoch weiter in richtung Norden. Seitdem häufen sich die Meldungen über bisse der Auwaldzecken an Hunden. Zudem scheint die Zecke von der Klimaerwärmung in Europa zu profietiren.

Steckbrief:

  • Vorkommen: Vorwiegend im östlichen und südwestlichen Deutschland; hauptsächlich auf sonnenexponierten, mit Büschen oder Bäumen durchsetzten offenen Flächen und lichten Wäldern, Wiesen, Waldlichtungen, Waldrand, Brachen etc.)
  • Besonderheiten: Bevorzugt sommerwarme Flächen, erträgt Trockenheit, findet sich aber auch in Überschwemmungsgebieten (daher der Name!)
  • Stich den Menschen?: Selten
  • Krankheitsüberträger:Überträgt gelegentlich den Erreger der Hundemalaria
  • Aktivität:
    • Weibchen und Männchen nach der Schneeschmelze von Februar / März bis in den Mai hinein und ab August bis zum Beginn des Winters
    • Larven und Nymphen im Sommer (leben aber verborgen)
  • Typische Standorte:
    • lichte Wälder (auch Überschwemmungsgebiete) und waldnahe Wiesenflächen
    • Brachen (langgrasige Wiesen, durchsetzt mit Büschen oder Bäumen)
  • Biologische Eigenschaften:
    • Weibchen und Männchen erreichen vor der Blutmahlzeit 3 bis 5 mm, sind also etwas größer als die Weibchen des Gemeinen Holzbocks
    • Nymphen sind etwa 0,9 bis 1,2 mm groß, Larven ca. 0,5 mm
  • Wirte:
    • Kleinsäuger, Reh-, Dam- und Rotwild, Wildschweine, Mensch (selten), Pferde, Rinder, Schafe, Hunde

Igelzecke (Ixodes hexagonus)

Im Unterschied zum Gemeinem Holzbock findet man die Igelzecke nicht auf der bodennahen Vegetation oder in der Laubstreu. Die Igelzecke hällt sich meisten in dem Bau ihres Wirtes, diese Verhalten ist nicht unüblich und wird von noch anderen Arten praktiziert. In den Bauten sind normaler weise räuberrische Tiere beheimated, wie Fuchs, Hermelin, Iltis, Wiesel und Igel. In den Bauten warten die Zecken auf ihre nächste Wirt. So kommt es, dass sie auch Katzen und Hunde befallen.

Steckbrief:

  • Vorkommen: Ganz Deutschland (bis 1500m)
  • Besonderheiten: Lebt verborgen in den Bauten oder Gängen ihrer Wirte
  • Stich den Menschen?: Selten
  • Krankheitsüberträger:Überträgt Borrelien und FSME-Virus
  • Aktivität:
    • von März bis November, besonders im Frühjahr und Herbst
  • Typische Standorte:
    • dort, wo ihre Wirte leben (Wälder, Parks, Gartenlandschaften etc.), also unter Umständen auch in der Nähe des Menschen
  • Biologische Eigenschaften:
    • hat Ähnlichkeit mit dem Gemeinen Holzbock, ist aber etwas größer; festgesaugte Igelzecken sind mitunter hell gefärbt oder sogar weißlich
    • Weibchen und Männchen vor der Blutmahlzeit 3,5–4 mm
    • Nymphen vor der Blutmahlzeit etwa 1,2–1,4 mm, Larven <1 mm
  • Wirte:
    • Füchse, Igel, Wiesel, Iltis, Hermelin, Mensch (sehr selten), Hunde und Katzen

Schafzecke (Dermacentor marginatus)

Die Schafzecke gehört zu der Familie der Schildzecken. Sie ist in Deutschland eher selten, da sie eine Steppenbewohnerin ist. Sie kommt legidlich in warem Gebiten in Süddeutschland vor. Wie ihr Name schon sagt, findet man sie in großer Anzahl an Stellen, auf denen Schafe weiden. Diese Zecke sticht den Mensch selten. Man vermutet, dass sich die Zeckenart nach Norden ausbreiten wird auf Grund der Klimaerwärmung.

Steckbrief:

  • Vorkommen: Vorwiegend südlich des Mains, häufig in Gebieten mit Schafbeweidung; auf nicht zu feuchten Wiesen- und Grasflächen, am Waldrand
  • Besonderheiten: Vorwiegend südlich des Mains, häufig in Gebieten mit Schafbeweidung; auf nicht zu feuchten Wiesen- und Grasflächen, am Waldrand
  • Stich den Menschen?: Selten
  • Krankheitsüberträger: unklar
  • Aktivität:
    • Weibchen und Männchen nach der Schneeschmelze von Februar/März bis April/Mai und ab August/September bis zum Beginn des Winters
    • Larven und Nymphen im Sommer (leben verborgen)
  • Typische Standorte:
    • sonnenexponierte Wiesenflächen (Trockenrasen) und lichte Wälder (Steppenstandorte)
  • Biologische Eigenschaften:
    • Weibchen und Männchen erreichen vor der Blutmahlzeit 4–6 mm (sind also etwas größer als Weibchen des Gemeinen Holzbocks).
    • Larven und Nymphen leben jeweils nur einige Wochen.
    • Erwachsene Schafzecken sind vor der Blutmahlzeit recht langlebig (Lebensspanne 1–2 Jahre).
    • Schafzecken haben ein Paar Augen, jeweils eines seitlich am Schild.
  • Wirte:
    • Kleinsäuger, Schafe, Rotwild, Wildschweine, Ziegen, Rinder, Pferde, aber auch Hunde, Menschen (selten)

Taubenzecke (Argas reflexus)

Die Taubenzecke finde man in ganz Mitteleuropa und dort fast ausschließlich an Gebäuden. Dort wo Tauben brüten und nisten, findet man diese Zeckenart in hohe Anzahl. Nur wenn es nicht genug oder gar keine Tauben als Wirt vorhanden sind, sticht die Taubenzecke den Menschen. Die Taubenzecken kann bis zu 9 Jahre ohne Wirt leben. In den 1990er Jahren gab es sehr viele Befäller der Zecke auf Menschen (in Berlin und Leipzig), diese Zahl ist aber rückläufig.

Steckbrief:

  • Vorkommen: In ganz Deutschland; nicht im Freiland, sondern nur punktuell in und an Gebäuden, in der Nähe von (auch nicht mehr genutzten) Taubenbrutplätzen
  • Besonderheiten: Kann über mehrere Jahre hungern und ist sehr widerstandsfähig gegen klimatische Extreme
  • Stich den Menschen?: Gelegentlich
  • Krankheitsüberträger: unklar
  • Aktivität:
    • von März bis Oktober, innerhalb von Gebäuden auch ganzjährig
    • Hauptaktivität an warmen Tagen von März bis Juni und August/September
  • Typische Standorte:
    • in Mitteleuropa ausschließlich an wärmebegünstigten Standorten in oder an Gebäuden
    • in der Nähe der Brutplätze von Tauben: auf Dachböden, in leer stehenden Wohnungen mit kaputten oder offenen Fenstern, an Hausfassaden
    • in Taubenzuchten, -häusern
  • Biologische Eigenschaften:
    • Weibchen: 5–11 mm, Männchen: 4–10 mm
    • Es gibt 2–4 Nymphenstadien, die zwischen 2 und 8 mm groß sind.
    • Larven: etwa 1 mm
    • Taubenzecken sind extrem widerstandsfähig gegenüber Trockenheit und können sich ohne Flüssigkeitsaufnahme über Jahre bei Raumluftfeuchte halten.
    • Taubenzecken tolerieren ohne Weiteres mitteleuropäische Wintertemperaturen von deutlich unter 0°C und überstehen auch Hitzephasen von ca. 40°C, wie sie auf Dachböden im Sommer nicht ungewöhnlich sind.
    • Taubenzecken sind außerordentlich hungerfähig und überstehen bis zu etwa einem Jahr (Larven), bis zu 3–6 Jahre (Nymphen) bzw. bis zu 9 Jahre (erwachsene Zecken) ohne Nahrungsaufnahme.
    • Die Entwicklung vom Ei bis zur erwachsenen Zecke dauert 3–5 Jahre. Erwachsene Zecken leben weitere 4–6 Jahre. Fallen lange Hungerphasen an, kann ein Taubenzeckenleben aber durchaus auch 20 Jahre dauern.
  • Wirte:
    • Felsentauben, verwilderte Haustauben, Vögel, Geflügel, Menschen (selten, im schlaf)
  
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